AR Makr

„Die erste Mondlandung aus Sicht von Außerirdischen“. Dürfte diese Beschreibung des berühmten Ereignisses aus dem Jahr 1969 ohne Kontext für Verwirrung und ratlose Gesichter sorgen, bietet AR Makr die Möglichkeit, zu eben jenem Szenario eine eigene, interpretative Darstellung zu kreieren:

So ließe sich bspw. mittels der AR-Funktion der Anwendung eine Rakete mit US-amerikanischer Flagge inmitten des eigenen Wohnzimmers platzieren, darüber ein Mond mit einem darüber schwebenden UFO als Beobachter einer Mondlandefähre. Für eine lebhafte und etwas bedrohliche Kulisse noch ein paar Kometen, die – natürlich von einem Feuerschweif umgeben – auf die Rakete zurasen und fertig ist eine interpretierte Darstellung der Beschreibung.

Neben dem Thema „Weltraum“ werden weitere wie „Mythische Wesen“, „drei kleine Schweinchen“, „Ozean“ oder auch „London“ angeboten. Haben die Lernenden eins ausgewählt, stehen die entsprechenden Figuren und Gegenstände nun in der AR-Animation zur Verfügung. Im zu Beginn eingegrenzten Bereich können die Lernenden diese nun an der gewünschten Stelle im dreidimensionalen Raum platzieren. Ist der kreative Prozess der Gestaltung zu Ende, kann die Szene per Knopfdruck abgespeichert werden und steht zur Betrachtung in „My scenes“ zur Verfügung.

Ist die vorhandene Auswahl an Figuren und Gegenständen zu gering und möchten die Lernenden selbst kreativ werden, ist dies über die Rubrik „Create your own“ möglich. Hier kann entweder aus den Vorlagen bspw. eine Kugel, ein Würfel oder ein Zylinder benutzt werden, um diese mit verschiedenen Farben, Pinseln, Spiegelungen usw. zu bearbeiten. Oder die Lernenden machen mit der Anwendung ein Bild, bzw. laden ein vorhandenes zur weiteren Bearbeitung hoch. Entspricht die jeweilige Eigenkreation den eigenen Wünschen und ist bereit zur Integration in eine Szene, wird sie per Knopfdruck abgespeichert. Nun kann sie in allen Szenen eingesetzt und unter „My library“ eingesehen werden.

Die vielfältigen Themenbereiche aus AR Makr bieten eine gute Möglichkeit, die Imaginationsfähigkeit und Kreativität der Kinder zu fordern und zu fördern.

Einerseits kann, wie beim Beispiel mit der Mondlandung aus der Zusammenfassung – ein entsprechendes Wissen über das Ereignis wurde hier vorausgesetzt –, die Vorstellungskraft der Kinder durch einen darauffolgenden Arbeitsauftrag wie „Fertige zu dieser Beschreibung eine Szene an“ gefordert werden. Zeitgleich fördern die zur Verfügung stehenden Figuren und Gegenstände auch eine mögliche Erweiterung der Imaginationsvermögen der Lernenden und bieten Anlässe, darüber zu sprechen, was das eigentlich für Wesen / Gegenstände sind.

Zum Thema der Begrifflichkeiten bieten die Überschriften der erstellten Szenen zudem Chancen, um das Erstellen von prägnanten und griffigen Beschreibungen zu üben. Je vielfältiger und facettenreicher die Szenen, desto schwieriger dürfte hier eine Lösung über die Lippen gehen. Damit eignet es sich zusätzlich als eine potenzielle Aufgabe für Gruppen, in einem diskursiven und argumentativen Austausch eine möglichst akkurate Überschrift zu finden.

Um diesen didaktischen Gedankengang weiterzuführen, könnte man daraus folgende Aufgabenstellung kreieren: Mehrere Gruppen fertigen jeweils Szenen aus dem gleichen Thema an und versehen ihr Ergebnis mit einer Überschrift. Am Ende der Gruppenarbeiten müssen nun die Bilder der anderen Gruppen mit der jeweils richtigen Überschrift versehen werden.

Zu beachten ist die Steuerung bei der Platzierung der jeweiligen Elemente, die entweder Bewegungen in der zweidimensionalen Ebene („Auf dem Boden verschieben“) oder in der „dritten Ebene“ („in die Luft“) zulässt. Jedoch ist hier eine zügige spielerische Aneignung der entsprechenden Fertigkeiten möglich.

Zudem ist die Anwendung nach aktuellem Stand lediglich mit englischer Sprachausgabe verfügbar, jedoch sind viele Aktivitäten selbsterklärend. Mit kleinen Hinweisen oder Anleitungen durch die entsprechende Lehrperson dürften Probleme hier einfach zu vermeiden sein.