• Jahr: 2013
  • Entwicklerstudio: Positech Games
  • Plattform: Windows, Mac, Linux
  • Geeignet für: ab Klasse 8
  • Fachbezug: Politik, Gemeinschaftskunde, Wirtschaft

Endlich. Ich bin Präsident. Von diesem Tag an kann ich tun und lassen, was ich will: Gesetze erlassen, Steuern erheben, Kriege führen. Nun, nicht ganz: Wenn ich wiedergewählt werden will, muss ich auf meine Popularitätswerte achten und Änderungen an Gesetzen brauchen ihre Zeit.

In Democracy 3 übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen ganzen Staat. Im Basisspiel stehen hierzu zunächst das Vereinigte Königreich, Frankreich, Deutschland, die USA, Japan und Australien zur Verfügung. Jedes dieser Länder vermittelt ein eigenes Spielgefühl und hat eigene Vorzüge, aber auch politische und soziale Probleme.

Ziel des Spiels ist es, den eigenen Staat erfolgreich zu leiten und stets die Wahlen zu gewinnen. Dazu hat der Spieler in jeder Runde (entspricht einem Quartal) eine bestimmte Menge politischen Kapitals zur Verfügung, das als Währung dient und das er in Projekte investieren kann, die seiner politischen Vision entsprechen. Dabei kann sich der Spieler ganz individuelle Ziele stecken: Einen Gottesstaat errichten, Armut bekämpfen, Ungleichheit fördern, Umweltschutz durchsetzen, die Bürger überwachen, technische Innovationen unterstützen etc., wobei immer wieder politische Krisen auftreten, beispielsweise hohe Obdachlosigkeit, Straßenaufstände oder eine wettbewerbsunfähige Wirtschaft, deren Ursachen der Spieler bekämpfen muss.

Democracy 3 gelingt es, die Spielenden in eine so bekannte und gleichzeitig unbekannte Welt zu entführen. Es bietet ein komplexes Gefüge aus Gesetzen, Interessengruppen und äußeren Faktoren, dies es in Einklang zu bringen gilt. Motivierendes Potenzial hat Democracy 3, besonders durch die Freiheit, die es den Spielern erlaubt, ihre eigenen politischen Ideen umzusetzen und auf diese Weise einen Staat ganz nach den eigenen Vorstellungen zu formen. Schülerinnen und Schüler gewinnen in Democracy 3 auf diese Weise einen Eindruck von der Komplexität politischen Handelns, jede Maßnahme hat ihrerseits Konsequenzen, die wohlüberlegt sein sollten.

Das Spiel beinhaltet viel Datenmaterial, auf dessen Grundlage Entscheidungen getroffen werden können, ist aus diesem Grund aber für den Anfang nicht ganz leicht. Auch die einzelnen Elemente der Spieloberfläche müssen zunächst durchdrungen werden. Es ist also damit zu rechnen, dass Schülerinnen und Schüler zunächst einige Minuten brauchen werden, bis sie in das eigentliche Spielgeschehen eintauchen können. Da sich die Spielenden ihre Ziele selber stecken können, kann aber auch ein unerfahrener Spieler ein Land erfolgreich lenken.

Für den Unterricht bietet sich dabei, neben dem freien Ausprobieren, auch die Möglichkeit an, die Schülerinnen und Schüler das Spiel mit besonderen Strategien, beispielsweise einer besonders ökologischen oder konservativen Haltung in den Spielentscheidungen zu spielen und die Auswirkungen zu beobachten.

Im Unterricht kritisch zu reflektieren sind die starren Interdependenzen, die das Spiel vorsieht, beispielsweise führt starke Einwanderung stets zu rassistischen Unruhen. Es muss herausgestellt werden, dass Democracy 3 damit kein wertfreies Spiel ist , sondern seinerseits Werte setzt. Für den Unterricht ist dies gleichzeitig Herausforderung und Potenzial, so kritische Hinterfragen von Spielmechaniken einen bewussteren Medienkonsum begünstigen.

Sollten Sie weitere Positionen kennenlernen wollen, empfehlen wir den Beitrag von André Czauderna zu Democracy 3 in „Videospiele als didaktische Herausforderung“ (DIGAREC Series 08).