Meine kleine Raupe AR

„Nachts im Mondschein lag auf einem kleinen Blatt ein Ei.“ Fans dürfte dieser Satz bekannt vorkommen, stammt er doch aus dem Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle aus dem Jahr 1969. Nicht unbedingt im Mondschein, jedoch mit einem im Gras, auf der Wiese oder auf dem Zimmerboden liegenden Ei knüpft die App „Meine kleine Raupe AR“ an das Bilderbuch an und lädt die Spielenden dazu ein, interaktiv die bekannte kleine  Raupe bei ihrer Entwicklung vom Ei zum Schmetterling zu begleiten und zu unterstützen.

Ihre Obst-Mahlzeiten erhält die Raupe durch die Spielenden, die diese von dem in den Raum projizierten Apfelbaum pflücken. Zusätzlich kann die Raupe, analog zur Bilderbuch-Vorlage, durch ein Fingertippen noch weitere Obstsorten zum Fressen bekommen.

Als spielerische Komponente bietet das Anwendungsfeld außerdem einen Teich mit Fischen und angrenzenden Gebüschen und eine kleine Spieltruhe. So können die Fische zu Luftsprüngen animiert und Frösche und Libellen aus ihren Verstecken im Gebüsch hervorgelockt werden.

Durch die sich in der Spieltruhe befindenden Spielzeuge – einem Spielball, einem Seifenblasenspender sowie einem aufziehbaren Marienkäfer – kann mit der Raupe gespielt werden. Wer sich künstlerisch betätigen möchte, nimmt sich den Pinsel und die zur Verfügung gestellten verschiedenen Farben und verschönert ein wenig den Boden, über welchen die Raupe dann hinüberkriecht.

„Meine kleine Raupe AR“ bietet ein spielerisches Erlebnis zur Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt. Die Bedienung der Anwendung in Form von einfachem Tippen, Wischen und Wirbeln mit dem Finger ist sehr intuitiv. Da die Anwendung kein Spielende besitzt, nach Bedarf also unbegrenzt viele Raupen bei ihrer Entwicklung erlebt werden können, müssen die Spielenden lediglich verstehen, dass die kleine Raupe zwischen Futter- und Schlafphasen abwechseln muss.

Die geringen kognitiven und motorischen Anforderungen machen die Anwendung vor allem für jüngere Kinder attraktiv. Spielerischen Erlebnissen wird viel Raum gewährt und die Raupe verfolgt aktiv und aufmerksam alle Aktionen.

Um den Entdeckergeist der Spielenden zu fördern, müssen die in den Gebüschen versteckten Frösche und Libellen gefunden werden. Das übersichtliche „Spielfeld“ ermöglicht diese Erfolgserlebnisse, sie sind für das narrative Handlungsziel, also das Verpuppen der Raupe, jedoch irrelevant.

Dadurch, dass nach jeder abgeschlossenen Entwicklung der jeweiligen Raupe zu einem Schmetterling ein neues Ei zur Verfügung gestellt wird, erhalten die Kinder auch einen ersten behutsamen Einblick in den Kreislauf des Lebens und die Entwicklung eines lebensweltnahen Insekts. Zu beachten ist, dass eine ebene Spielfläche benötigt wird, damit das jeweilige technische Endgerät alle Elemente der Anwendung realistisch darstellen kann. An die Handhabung des Pinsels inklusive des Wechsels der Farben dürften sich die Spielenden, wenn überhaupt vonnöten, schnell und spielerisch gewöhnen.