• Jahr: 2009
  • Entwicklerstudio: Mojang
  • Plattform: Windows, Linux, Android, iOS, Nintendo Switch, Wii U, Playstation 3, Playstation 4, Xbox 360, Xbox One
  • Altersfreigabe: USK 6
  • Geeignet für: Alle Klassenstufen, besonders Sekundarstufe I
  • Fachbezug: Alle Fächer

Das Open-World-Spiel Minecraft ist das Computerspiel, das mit 200 Millionen Kopien weltweit am meisten verkauft wurde. Es zeichnet sich durch seine pixelige Grafik und die Blöcke aus, mit denen unterschiedlichste Strukturen erschaffen werden können.

Minecraft lässt sich dabei zunächst auf zwei verschiedene Weisen spielen. Zunächst ist der „Überlebensmodus“ zu nennen. Hier steuert der Spielende seinen Avatar durch die aus Klötzen bestehende Welt von Minecraft, muss Baumaterialien beschaffen, einen Unterschlupf errichten, die Welt erkunden und Lebensmittel anbauen. Je weiter Spielende im Spiel fortschreiten, desto größer und komplexer können die Strukturen sein, die sie so erschaffen; von automatischen Farmen bis zu riesigen Burgen ist alles denkbar. Erschwert wird das Bestehen im Überlebensmodus durch verschiedene Monster, u.a. Skelette, Spinnen und Zombies, die besonders nachts auftauchen und den Spielavatar angreifen.

Der zweite Modus ist der „Kreativmodus“. Während Spielende im Überlebensmodus jeden einzelnen Stein selbst abbauen müssen, bevor sie ihn woanders platzieren können, stehen ihnen hier alle Klötze, die die Welt von Minecraft zu bieten hat, in unbegrenzter Zahl zur Verfügung. Auf diese Weise von Beschränkungen befreit, können Spielende hier noch mehr als im Überlebensmodus ihrer Kreativität freien Lauf lassen und riesige Gebäude erschaffen. Im Internet finden sich viele Beispiele von Welten die entweder einzelne Spieler oder Gruppen in mühevoller Kleinarbeit erschaffen haben – besonders beliebt sind hier Umsetzungen von bekannten Fantasiewelten, z.B. Hogwarts, Mittelerde und der Welt aus Game of Thrones.

So verschieden die Aktivitäten sind, denen Spielende in Minecraft nachgehen können, so unterschiedlich sind auch die Lernziele und möglichen Klassenstufen, in denen das Spiel eingesetzt werden kann, wodurch das Spiel als Allrounder für den schulischen Kontext gelten kann-Dies haben auch die Entwickler von Mojang erkannt und eine Plattform für schulische Zwecke entwickelt:

Neben den Möglichkeiten des Basisspiels wird mit MinecraftEDU eine spezielle Spielversion für Schulen und andere Bildungseinrichtungen angeboten. In MinecraftEDU können Lehrende für ihre Schülerinnen und Schüler Welten erschaffen oder auf bestehende zurückgreifen und damit verschiedenste Lernziele verfolgen: Auf der Webseite finden sich etwa Welten zu mathematischen Lernzielen, zum Sprachenlernen oder für historische Erkundungen. Anders als im Basisspiel können Lernende hier eng geführt werden, sodass sie die Aufgaben bewältigen, die ihnen konkret aufgetragen wurden.

Beispielhaft zeigt sich das am Projekt „Redstone“: In Minecraft lässt sich mit „Redstone“ ein Material abbauen, das Strom leiten kann und zwei Zustände kennt („An“ – „Aus“, bzw. 1 und 0). Mit diesem Material als Grundbaustein ermöglicht Minecraft alle möglichen Verschaltungen und kann damit als Programmiersprache eingesetzt werden. Somit bietet sich Minecraft beispielsweise für die informatorische Grundbildung an und ermöglicht den Lernenden den Bau einfacher Maschinen mit automatisierten Abläufen.

Ein zweites Beispiel für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Minecraft ist das Projekt „Zukunftsstadt“. Dieser 2015 ins Leben gerufene Wettbewerb hält die Teilnehmenden dazu an, ihre Stadt der Zukunft mit Minecraft zu errichten und dabei Ideen für eine nachhaltige Stadtplanung zu entwickeln. Eine solche Aufgabe liefert besonders für das Fach Geografie vielfältige Reflexionspotentiale und Anknüpfungspunkte.

Die Anschaffung von MinecraftEDU lohnt sich insbesondere dann, wenn das Spiel breit eingesetzt wird, also in verschiedenen Klassenstufen in verschiedenen Fächern – inhaltliche Möglichkeiten hierfür sind in großem Ausmaß im Spiel vorhanden.

Besonderes Potenzial entfaltet Minecraft dann, wenn die Spielenden kooperativ zusammenarbeiten und gemeinsam Ziele verfolgen. Den Lernenden kann auf diese Weise die große Bedeutung von Teamplay deutlich werden, bei dem jeder einzelne eine Aufgabe übernimmt und so zum Gelingen des Ganzen beiträgt. Damit vermag Minecraft auch, Klassengemeinschaften zu stärken und Differenzen zu überbrücken.