Pathways Europe

Vom Bahnhof „Gare du Nord“ in Paris, über ein Forscherschiff in Tromso, bis hin zu der Symbolstadt für Philosophie in Europa: Athen. Mit Pathways Europe reisen die Lernenden durch mehrere großen Städte und erhalten in mehrminütigen Videos Einblicke in die jeweilige Stadt; sowohl die Besonderheiten, als auch das gemeinsam Verbindende: der omnipräsente und verbindende Geist des vereinten Europas – oder politisch formuliert: die EU.

Das Spiel beginnt und orientiert sich an einer Landkarte von Europa, die im AR-Modus auf einer glatten Oberfläche ausgefaltet wird. Die durch die App vorgeschlagene Reise – markiert durch etwas gräulichere Pfeile und auf der Karte platzierte größere Modelle – führt einmal quer durch Europa und bietet ausgewählte Orte wie Paris, Brüssel oder Athen an. Hier werden den Lernenden die jeweiligen Orte durch imaginäre Figuren mit spannenden eigenen Lebensgeschichten vorgestellt und sie dürfen auch z.T. kleine Rätsel und Aufgaben bewältigen.

Neben diesen ausgewählten Standorten haben die Nutzerinnen und Nutzer zudem die Möglichkeit, die vielen kleinen und interessanten „Stationen“ in ganz Europa zu besichtigen. Pro Station gibt es entweder separate erklärende Videos oder – im AR-Modus verbleibend – verbale Erklärungen mit unterstützenden anschaulichen Objekten, die in den Raum projiziert werden. So erfahren die Lernenden, wie der diplomatisch agierende König Harald Blauzahn von Dänemark der Namensgeber der Bluetooth-Technik wurde, was der Begriff „Hanse“ im Kontext der Stadt Lübeck für eine Bedeutung besitzt oder welche Stadt in Europa die Innovativste ist (gemessen an Start-Ups pro Kopf).

Pathways Europe bietet eine schöne Möglichkeit, die Idee eines vereinten und multikulturellen Europas zu vermitteln. So wird bei den Stadtpräsentationen durch die verschiedenen Figuren stets auf die Reisefreiheit in Europa verwiesen und ein gemeinschaftlich-progressiver Geist vorgelebt. Auch auf zukünftige kontinentale und globale politische Aufgaben, wie den Klimawandel, wird bspw. in Tromso eingegangen, wo ein Forscherschiff zu entsprechenden Themen forscht. Auch hier wird wieder – ganz im Sinne eines politischen Sachunterrichts – eine gemeinsame Lösung im internationalen Rahmen vermittelt und vorgelebt.

Durch die persönlichen Lebensgeschichten der jeweiligen Figuren, die stets auch positive (Erfolgs-)Geschichten präsentieren, können die Lernenden dabei Mut für eigene Anstrengungen herausziehen.

Zugleich bieten diese Lebensgeschichten jedoch auch Angebote für ein kritisches Hinterfragen der doch vor allem positiven Erzählungen von Europa: Besitzt die angedeutete Erzählung „vom Tellerwäscher zum Millionär“ der Frau aus Brüssel eine allgemeine Gültigkeit? Auch das Thema der Flucht und aktuelle Lösungsansätze können zusätzlich thematisiert werden. Diese Fragen bieten somit einen interessanten Anstoß zu weiteren Diskussionen rund um die Themen Soziales (Kulturelles), Ökologie und Ökonomie, eignen sich je nach Komplexität und Ausmaß jedoch eher für die Sekundarstufe. Für alle Lernenden – sowohl für die Grund- als auch die weiterführenden Schulen – bietet die Anwendung jedenfalls ein vielfältiges Angebot verschiedener Perspektiven aus ganz Europa, welches Mut für die Zukunft vermittelt und das Einbringen persönlicher Erfahrungen durch Schülerinnen und Schüler ermöglicht.

So könnte in einer herkunfts-heterogenen Klasse eine spannende Aufgabe sein, dass die Kinder Geschichten aus ihrem jeweiligen oder einem benachbarten Land suchen und das Gelernte dann vor der Klasse präsentieren. In größerem Rahmen kann die Anwendung in eine Themenwoche integriert werden und als zusätzliche Inspiration für ohnehin geplante Vorstellungen mit eingebracht werden. Der damit herbeigeführte interkulturelle Austausch dürfte somit auch für die kleineren Lernenden zu einem spannenden weiterführenden Projekt werden.