Photomath

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Von dieser Situation haben die meisten Schüler und Schülerinnen im Mathematikunterricht ihrer Schulzeit wahrscheinlich immer geträumt: Man soll ein mathematisches Problem lösen, macht schnell ein Foto davon und sofort bekommt man die passende Lösung geliefert. Genau diesen Traum lässt Photomath wahr werden. Wie man zu der entsprechenden Lösung kommt, wird einem anschließend Schritt für Schritt erklärt und sollte es mehrere Lösungswege geben, kann man den Weg auswählen, mit dem man am vertrautesten ist.

Die App kann dabei sowohl abgedruckte als auch handschriftliche Aufgaben problemlos erkennen und auf Knopfdruck in Sekundenbruchteilen lösen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei dem mathematischen Problem um eine einfach Additionsaufgabe, das Ziehen von Wurzeln, das Lösen von quadratischen Gleichungen, das Bilden von Ableitungen oder gar um eine ganze Kurvendiskussion handelt. Zusätzlich liefert einem Photomath auch noch eine graphische Darstellung zu der Aufgabe, sollte eine solche existieren. Außerdem beinhaltet die App einen wissenschaftlichen Taschenrechner. Kurz gesagt: Es handelt sich um ein kleines mathematisches Wunderwerk.

Photomath bringt ein großes Potenzial für den Mathematikunterricht mit sich: Der Einsatz der App ist prinzipiell in jeder Jahrgangsstufe möglich, da inhaltlich fast alle Bereiche des Mathematikunterrichts abdeckt werden (ausgenommen sind beispielsweise weite Teile der Geometrie und der Stochastik). Mit zunehmender Komplexität und Abstraktion der mathematischen Probleme wird der Einsatz jedoch immer interessanter. Die App ermöglicht Schülerinnen und Schülern ein Arbeiten im eigenen Tempo. Sollten Schwierigkeiten beim Übertragen eines neu erlernten mathematischen Vorgehens von einer Beispielaufgabe auf eine andere Aufgabe entstehen, kann Photomath eine große Hilfe darstellen, da das Vorgehen direkt an der problematischen Aufgabe betrachtet werden kann. Somit kann durch den Einsatz der App die Heterogenität einer Schulklasse aufgefangen werden und eine Fokussierung auf individuelle Schwierigkeiten erfolgen.

Durch das Angebot von verschiedenen Lösungsmöglichkeiten werden verschiedenen Lernertypen unterschiedliche Lösungswege präsentiert. So kann in der App ausgewählt werden, ob eine quadratische Gleichung mit Hilfe der p/q-Formel, der a-b-c-Formel/Mitternachtsformel oder einer quadratischen Ergänzung gelöst werden soll. Die Schülerinnen und Schüler können somit entweder mit der Form arbeiten, die ihnen bereits aus dem Unterricht vertraut ist oder aber eine andere Form wählen, um ein alternatives Vorgehen erklärt zu bekommen, mit welchem sie möglicherweise besser zurechtkommen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit bietet die App in der Überprüfung von Aufgaben. Während man auf den Lösungsseiten eines traditionellen Schulbuchs oft nur Aufschluss darüber erhält, ob eine Aufgabe richtig oder falsch gelöst worden ist, kann man mit Photomath herausfinden, wo der Fehler in der eigenen Rechnung zu finden ist und wie ein richtiges Vorgehen ausgesehen hätte. Dadurch können Fehler schnell behoben und das Frustrationslevel der Lernenden niedrig gehalten werden.

Bei dem Einsatz der App sollten jedoch auch einige Dinge beachtet werden. Für ein nachhaltiges Lernen und Fördern der mathematischen Kompetenzen ist ein reflektierter Umgang mit der App nötig. Es muss der Versuchung, die Aufgaben lediglich abzufotografieren und die Lösungen abzuschreiben, widerstanden werden, da somit das gesamte Potenzial der App verloren ginge. Deshalb sollte der richtige Einsatz des Programms vorab besprochen und regelmäßig Unterrichtphasen ohne das Arbeiten mit Photomath eingebaut werden.