Shadow Point

Das Abenteuer beginnt mit zwei Eintragungen aus dem Forscherbuch des fiktiven Wissenschaftlers Edgar Mansfield: Erstens, das  Observatorium Shadow Point schaut nicht nur in die Sterne und zweitens, die totgeglaubte Lorna McCabe ist noch am Leben, nachdem sie bei einer Exkursion ihrer Klasse zu genanntem Observatorium nach einem Unfall nicht mehr gefunden werden konnte. Auch der mehrtätige Einsatz von Suchtrupps blieb erfolglos und die Suche wurde letztlich eingestellt. Doch ihr Mitschüler Alex Burkett, gesteuert von den Lernenden, will nicht aufgeben: Er begibt sich für die Suche nach seiner Freundin auf eine Entdeckungstour durch das seit dem mysteriösen Unfall gemiedene Observatorium.

In der Rolle und aus der Perspektive von Alex entdecken die Lernenden so die Geheimnisse des Observatoriums und beginnen den Satz „Shadow Point schaut nicht nur in die Sterne“ zu begreifen: Durch Geräte auf der Sternwarte werden Portale in mysteriöse Parallelwelten geschaffen, in denen die Lernenden auf Lorna treffen. Neben dem Wiedersehen mit Lorna entdecken sie dabei, dass nicht nur das Alter von Lorna in den verschiedenen Portalen variiert, sondern auch die physikalischen Gesetze von Raum und Zeit teilweise auf den Kopf gestellt werden. Begleitet von unterstützenden Audiosequenzen des Forschers Edgar Mansfield – gesprochen von Sir Patrick Stewart, der unter anderem aus der „Star Trek“-Reihe als Kapitän Jean-Luc Picard bekannt ist – lösen die Lernenden so in knapp einem Dutzend Level Puzzles, in denen stets mithilfe von Objekten aus der Umgebung Schattensilhouetten nachgebildet werden müssen um zum nächsten Level zu gelangen. Ob Lorna aus ihrem komplexen Raum-Zeit-Gefängnis befreit werden kann? Die Lernenden und Alex werden es auf jeden Fall versuchen.

Shadow Point bietet durch die Rätsel mit den Schattensilhouetten einen spielerischen Entdeckungsraum zum physikalischen Themenbereich Licht und Schatten, bei dem Gegenstände aus der Umgebung geschickt miteinander kombiniert werden müssen. Neben der Nähe zu den Schattensilhouetten muss dabei auch der Winkel beachtet werden, mit denen die Lichtstrahlen von den unterschiedlichen Lichtquellen auf die Gegenstände – und damit auch auf die Wände mit den Silhouetten – fallen. Hier fordert die Anwendung eine gewisse Genauigkeit vonseiten der Lernenden: Erst wenn die Schatten die Linien passend berühren, gilt das jeweilige Rätsel als gelöst. Somit befindet sich das Spiel im Einklang mit dem Mathematik-Unterricht, welcher ebenfalls eine Genauigkeit bei Zeichnungen und Abmessungen fordert.

Mit zunehmender Spieldauer werden weitere Mechanismen und Lösungsmittel hinzugefügt, welche für eine gewisse Komplexität sorgen und die Problemlösefähigkeit der Spielenden herausfordern. Durch die behutsame Einführung können sich die Lernenden jedoch auf angenehme Art und Weise an diese gewöhnen. Der forschend-entdeckende Charakter von Lorna, die quasi während des gesamten Spiels an einer Flucht in die ursprüngliche Welt tüftelt, und das eigene experimentierende Vorgehen der Lernenden mit der Figur Alex entsprechen darüber hinaus der Herangehensweise des Sachunterrichts, der sowohl die Förderung einer Raumorientierung – gegeben durch das Zurechtfinden in den verschiedenen Parallelwelten – als auch eine untersuchende und experimentierende Vorgehensweise vonseiten der Lernenden vorsieht.