Sketch AR

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„Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und zeichnen Sie aus dem Stehgreif einen möglichst kugelrunden Kreis.“…was sich zunächst als simpler Arbeitsauftrag liest, dürfte sich für viele jedoch in kurzer Zeit als dann doch etwas schwierige Anweisung erweisen, denn man stellt sich die Frage: „Wie geht das besser, damit der Kreis passabel rund wird?“ Unter anderem eine Erklärung für die mehrschrittige Zeichnung des Kreises, sowie viele weitere Themen, bietet SketchAR an. Die im Fach Kunst angesiedelte Anwendung bietet verschiedene Möglichkeiten, seine Fertigkeiten im Bereich des Zeichnens zu verbessern.

Wird in der Rubrik „Erkunden“ die Möglichkeit geboten, schon fortgeschritteneren Künstlerinnen und Künstlern bei deren vielfältigen Zeichnungen über die Schulter zu schauen und sich für kommende eigene Werke inspirieren zu lassen, begegnet den Lernenden bei der Rubrik „Erstellen“ dann der aktive Part der Anwendung. In der Unterkategorie „AI-Porträt“ kann ein eigenes Porträt gezeichnet werden, wofür entweder ein vorhandenes Porträt hochgeladen oder ein neues mit der Anwendung geschossen wird. Mit „Bildbasiert“ können, wie der Name bereits verrät, weitere Bilder als Vorlage benutzt werden, während „Zeichenwerkzeug“ lediglich die entsprechenden Werkzeuge zur Verfügung stellt und den Lernenden freie Hand bei der Gestaltung ihrer Bilder lässt. Während in den bisherigen Aktionen die Lernenden noch auf Vorlagen zurückgreifen konnten, werden im Bereich „Lernen“ die zeichnerischen Stützräder abgenommen: Es können eigene Zeichnungen angefertigt werden. Hier kann zwischen einzelnen Lektionen, wie bspw. dem Zeichnen eines Handkoffers, dem bereits genannten Kreis oder eines Apfels und den mehrere Lektionen umfassenden Kursen, wie bspw. „Anime Characters“, „Portraits“ oder „Dogs“ entschieden werden. Möchten Lernende sich an professionellen, vielfältigen und vorgezeichneten Mustern orientieren, bietet die dritte Unterkategorie „Zeichnungen“ aus unterschiedlichen Themenbereichen entsprechende Vorlagen zur Auswahl und Nachzeichnung an. Das Angebot erstreckt sich hier von allgemeinen Rubriken wie „Vögel“ oder „Hände“, über Zeichnungen aus der Film- und Serienreihe „Grinch“, bis hin zu spezifischen Künstlerinnen und Künstlern wie Alena Lavdovskaya und Youssef Zamani. In der letzten Rubrik „Fortschritt“ können zudem die bereits erstellten Werke begutachtet und damit eben jener Fortschritt eingesehen werden. Möchte man neu erworbene Kenntnisse auf eigene ältere Werke anwenden, lassen diese sich entsprechend bearbeiten. Zu erwähnen gilt es an dieser Stelle, dass SketchAR neben den vielen kostenlosen Kursen und Vorlagen auch einige kostenpflichtige anbietet, die mit monatlichen oder jährlichen Abonnements zur Verfügung gestellt werden.

Gemäß dem didaktischen Prinzip „Rezeption vor Produktion“ bietet SketchAR in chronologischer Reihenfolge sowohl zu rezipierende Videos und Bilder in „Erkunden“, als auch verschiedene Produktionsmöglichkeiten in allen weiteren Rubriken. Durch die Auswahl entsprechender Themenbereiche beim ersten Starten der Anwendung können die Lernenden zudem angeben, welche zu erlernenden Fertigkeiten sie sich wünschen, was eine fokussierte Förderung ermöglicht. Während Anfänger somit bspw. beim Zeichnen eines Kreises beginnen, können Fortgeschrittene sich bereits mit komplizierteren Portraits oder Ähnlichem beschäftigen. Die neuen Fertigkeiten werden dabei in angenehmen kleinen Schritten erworben, welche für die Lernenden nachvollziehbar sein dürften.

Ein motivierender Alltagsbezug wird durch das Hinzufügen eigener Bilder in Form von Selbstportraits oder weiterer eigener Bilder ermöglicht. Gemäß einer zusätzlich motivierenden retroperspektivischen Betrachtung des Fortschritts lässt sich dieser in der gleichnamigen Rubrik begutachten. Die in der Zusammenfassung bereits angedeutete Funktion des Überarbeitens ermöglicht es zudem, die Werke erneut zu bearbeiten und neue Erkenntnisse einfließen zu lassen. Dadurch lassen sich bspw. zu Beginn noch skizzenhaft gezeichnete Portraits mit der Zeit perfektionieren, damit am Ende womöglich die Frage im Raum steht, „ob das denn wirklich „nur“ per Hand gezeichnet ist?“. Durch die Möglichkeit der Überarbeitung eignet sich die Anwendung somit auch für mittel- und langfristige Projektarbeiten.

Zu beachten sind die schriftlichen Erklärungen in englischer Sprache, die aber durch die zeichnerischen und selbsterklärenden Darstellungen kompensiert werden. Mit einem entsprechenden Nachschlagwerk kann dieser sprachlichen Hürde präventiv begegnet werden.