• Jahr: 2014
  • Entwicklerstudio: 11 bit studios
  • Plattform: Windows, Mac, Linux, Android, iOS, Nintendo Switch, Play Station 4, Xbox One
  • Altersfreigabe: USK 16
  • Geeignet für: Sekundarstufe II
  • Fachbezug: Gemeinschaftskunde, Politik, Geschichte, Ethik

„But in modern war, there is nothing sweet nor fitting in your dying. You will die like a dog for no good reason.“ – Ernest Hemmingway (1935)

In This War of Mine steuern die Spielenden eine kleine Gruppe Überlebender in einer vom Krieg zerstörten Stadt. Aufgabe des Spielers ist es, das Überleben seiner Spielfiguren zu sichern, sodass diese das Ende des Krieges nach Möglichkeit alle lebend erreichen. Dazu ist es notwendig, Nahrung und Ressourcen zu sammeln, den eigenen Unterschlupf auszubauen und zu sichern und die Bedürfnisse der Gruppe zu erfüllen. Dies ist schon deshalb ein schwieriges Unterfangen, weil stets zu wenige Materialien vorhanden sind und auch Nahrung nicht leicht zu beschaffen ist.

Das Spiel gliedert sich dabei grundsätzlich in zwei Phasen: Tagsüber befinden sich die Überlebenden im Unterschlupf, bauen diesen aus, erholen sich und können essen. Nachts kann eine der Figuren in die Stadt geschickt werden, um Ressourcen zu sammeln, während die anderen Figuren im Unterschlupf bleiben und dort entweder Wache halten oder schlafen können. Für die Plünderungen stehen dem Spielenden verschiedene mögliche Orte zur Verfügung, beispielsweise eine verlassene Schule, eine bombardierte Villa oder ein vermutlich noch bewohntes Wohnhaus. Insbesondere bei diesen nächtlichen Streifzügen durch die Stadt treffen die Spielenden immer wieder auf andere Figuren, die in den wenigsten Fällen freundlich gesinnt sind.

Besonderes Spielmerkmal sind die Dilemma- und Entscheidungssituationen, in die das Spiel den Spielenden stößt. So klopfen gelegentlich tagsüber Personen an die Tür des Unterschlupfs und bitten die Bewohner beispielsweise um Hilfe bei einem Verletzten – hier muss der Spielende entscheiden, ob er sich lieber um die eigene Gruppe kümmert, oder anderen zur Seite steht – Selbstlosigkeit wird im Krieg jedoch nicht immer belohnt.

Die Erweiterung The Little Ones ergänzt das Spiel um Kinder, die als spielbare Charakter hinzugefügt werden.

Das besondere an This War of Mine ist weniger das Thema Krieg, sondern vielmehr die Perspektive, die dieses Spiel einnimmt. Während viele Computerspiele mit diesem Thema den Spielenden in die Rolle einer Konfliktpartei versetzen, bespricht dieses Spiel die Rolle derjenigen Zivilisten, die sich zwischen den Fronten befinden und sich in einer durch den Krieg zerstörten Umgebung wiederfinden. This War of Mine thematisiert damit den Kampf ums Überleben, den insbesondere die Zivilbevölkerung in Kriegszeiten zu kämpfen hat. Es ist diese neue Perspektive auf ein altes Thema, die This War of Mine besonders für den Unterricht interessant werden lässt.

Ein Einsatz bietet sich in erster Linie in den gesellschaftswissenschaftlichen Fächern an, je nach Fach bieten sich dann unterschiedliche Schwerpunkte an.

So können im Geschichtsunterricht etwa Bezüge zu den Jugoslawienkriegen der 90er Jahre untersucht werden. Denn auch wenn nicht explizit gemacht wird, wo und in welchem Krieg sich die Personen befinden, lassen doch bestimmte Aspekte vermuten, dass die Entwickler besonders diese Auseinandersetzungen als Vorlage genommen haben.

Im Politik- und Gemeinschaftskundeunterricht können besonders die Auswirkungen kriegerischer Handlungen auf die Zivilbevölkerung untersucht werden. Insbesondere eine Analyse sozialen Zusammenhalts auf Nachbarschaftsebene bietet sich an.

Im Ethikunterricht kann ein Fokus auf die vom Spieler verlangten Entscheidungen geworfen werden, die Handlungen können untersucht werden, wobei besonders die zugrundeliegenden Normenkonflikte bearbeitet werden sollten.

In allen Fächern bietet This War of Mine den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, einen Perspektivwechsel zu vollziehen und auf diese Weise gleichzeitig mehr über sich selbst zu erfahren. Schließlich simuliert dieses Spiel eine Extremsituation, deren Auswirkungen auf die Spielenden weitreichend sein können.

Ergänzend sei noch auf die recht hohe Altersfreigabe verwiesen (FSK 16, bzw. PEGI 18), die sich auch durch die Gewaltdarstellungen begründet. Allerdings wird Gewalt in This War of Mine auf keinen Fall stilisiert, vielmehr handelt es sich um gewalttätige Übergriffe, die besonders in einer vom Krieg gezeichneten Stadt als zum Alltag gehörend verstanden werden müssen.