• Jahr: 2020
  • Entwicklerstudio: Paintbucket Games
  • Plattform: Windows, Mac, Android
  • Altersfreigabe: USK 12
  • Geeignet für: Ende der Sekundarstufe I und Sekundarstufe II
  • Fachbezug: Geschichte

Berlin 1933: Hitler wird Reichskanzler und die Massen jubeln. Doch bereits jetzt formieren sich kleine Widerstandsgruppen, die erkennen, dass die Phrasen der Nationalsozialisten keine leeren Drohungen sind. Schon bald werden sie Terror in Deutschland und später in ganz Europa verbreiten.

Inmitten dieses historischen Kapitels beginnen Spielende ihre Untergrundarbeit in Through the Darkest of Times. Man beginnt damit, sich einen Avatar zu erstellen, bei dem nicht nur das Äußere verändert, sondern vor allem auch Beruf und politische Einstellung gewählt werden können.

Gemeinsam mit zunächst zwei Mitstreiterinnen und Mitstreitern werden Spielende in Berlin tätig: Sie sammeln Unterstützer und Spenden, verbreiten Parolen oder Flugblätter, versuchen an Informationen zu gelangen oder sabotieren Regierungseinrichtungen. Dabei werden die Überwachungsmaßnahmen der Nationalsozialisten immer stärker und mit jeder Aktion wächst die Gefahr einer Verhaftung, die dem sicheren Tod gleichkommt. Die Untergrundarbeit ist ein steter Kampf um Unterstützer und Spenden, die zur Beschaffung von Material benötigt werden. Die Moral der Gruppe sinkt permanent und eine Auflösung lässt sich nur mit erfolgreichen Aktionen verhindern.

Unterbrochen werden die Aktionsphasen in diesem Spiel durch erzählende Zwischensequenzen, die uns von bedeutenden Ereignissen – wie dem Reichstagsbrand, Bücherverbrennungen oder den Olympischen Spielen in Berlin – oder nun alltäglichen Beobachtungen berichten. So sehen wir vom Fahrrad aus einen Mann mit Kippa, der von drei SA-Schergen getreten wird: Schreiten wir ein oder fahren wir weiter?

Dabei gliedert sich das Spiel in vier Kapitel: 1933, 1936, 1941 und 1945. Jedes mit eigenen Herausforderungen und steigendem Schwierigkeitsgrad. Spielende werden auf diese Weise durch die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft geführt.

Through the Darkest of Times bleibt über den ganzen Spielverlauf eng an der historischen Realität, unabhängig davon, wie gut die Spielenden Widerstand leisten: Sie können Hitler nicht stürzen oder den Krieg verhindern, auf diese Weise wird den Spielenden die erschütternde Machtlosigkeit verdeutlicht, mit der sich die Widerstandsgruppe konfrontiert sieht. Gleichzeitig macht das Spiel auch die Vielfältigkeit des Widerstands gegen die Nationalsozialisten deutlich: In der Gruppe können Konservative, Sozialdemokraten und Kommunisten versammelt sein; Arbeiter, Hausfrauen und Ingenieure.

Through the Darkest of Times beleuchtet den Widerstand gegen die Nationalsozialisten in beeindruckender Weise, gleichzeitig setzt es Schlaglichter auf einzelne historische Ereignisse, was zu einer Vertiefung motivieren kann. Dabei hat es aber auch den Mut, die Spielenden scheitern zu lassen: Die Maßnahmen der Widerstandsgruppe können als Tropfen auf den heißen Stein gelten und wird der Druck von außen zu groß, löst sich die Gruppe auf und das Spiel endet.

Das Spiel eignet sich damit in erster Linie für einen Einsatz im Geschichtsunterricht und lädt dazu ein, in der Nachbesprechung einzelne Elemente vertiefend zu diskutieren- So kann insbesondere die Rolle der Zivilgesellschaft während der Nazizeit besprochen werden. Aber auch die im Spiel angedeuteten Ereignisse von großer historischer Bedeutung lassen sich herausgreifen und besprechen. Gleichzeitig bietet das Spiel Reflexionsanlässe, sodass Schülerinnen und Schüler der Frage nachgehen können, wie sie selbst gehandelt hätten. Lernende erfahren in diesem Spiel, was den Widerstand gegen die Nationalsozialisten ausmachte, dass sich hier Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten mit unterschiedlichen politischen Einstellungen vereinten. Jedem Lernenden sind die Mitglieder der Weißen Rose bekannt, Through the Darkest of Times weitet diesen Blick, indem es auch nach denjenigen Gruppen fragt, die nicht im kollektiven Gedächtnis haften geblieben sind.

Zusätzlich erleichtert wird der Einsatz von Through the Darkest of Times in der Schule dadurch, dass das Spiel sich in klar abgegrenzte Kapitel gliedert – jeweils mit einer Spielzeit von etwa 90 Minuten. Darüber hinaus sind die Einstiegshürden niedrig und die Spielgrundlagen sind schnell erlernt. Da das Spiel nur sehr selten Zeitdruck aufbaut, ist auch ein Spiel zu zweit möglich, bei dem sich die Spielenden absprechen können und Entscheidungen gemeinsam fällen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich Through the Darkest of Times sehr gut für einen Einsatz in der Schule eignet, es beleuchtet ein wesentliches Kapitel deutscher Geschichte und bietet dabei nicht zuletzt wertvolle Anlässe zur weiteren Reflexion und Diskussion.